Kälte als Training für das Herz-Kreislaufsystem?

Laut der Studien diverser Forscher können regelmäßige Ganzkörperkälteanwendungen einen positiven Einfluss auf die reguläre Funktion des Herz-Kreislaufsystems haben, indem sie es ökonomisieren.¹ Mit anderen Worten: Das Herz-Kreislaufsystem beginnt wirtschaftlicher, effektiver und energiesparender zu arbeiten. In diesem Blogartikel sollen die Prozesse genauer beleuchtet werden, die hierbei im Spiel sind. Wie reagiert unser Organismus auf verschiedene Temperaturen? Und wie kann man sich daraus einen Vorteil verschaffen?

Reaktionen des Herz-Kreislaufsystems auf Wärme und Kälte

Tatsächlich reagiert das Herz-Kreislaufsystem äußerst empfindlich auf Wärme und Kälte: Je nachdem, welche Temperaturen um den Körper herum herrschen, setzt das Herz-Kreislaufsystem bestimmte Prozesse in Gang, die die Verteilung des Blutes im Körper verändern. Auf diese Weise wird die Wärme verteilt oder an die Stellen ‚geschickt‘, wo sie gebraucht wird. Die Fähigkeit, das Blutvolumen zu verteilen, verdanken wir der Elastizität unserer Blutgefäße; den Venen und Arterien. Bei hohen Temperaturen, die z. B. in Saunen herrschen, muss der Körperstamm vor einer Überhitzung geschützt werden. Die Blutgefäße weiten sich, das Blut strömt von der Körpermitte weg und kann durch die weitgestellten Leitungen ungehindert bis in die kleinsten Verästelungen fließen. Das Blutvolumen in den Extremitäten und in der Haut nimmt zu, während der Blutdruck sinkt. Es kommt zu einer sogenannten Dezentralisierung des Blutvolumens. Bei Kälte hingegen beobachtet man die gegenteilige Reaktion: Der Organismus muss seine lebenswichtigen Organe in der Körpermitte vor einer Unterkühlung schützen und verengt die Blutgefäße. Die Extremitäten werden nun weniger durchblutet, da sich das Blut im Körperstamm sammelt. Dies wird als Zentralisierung des Blutes bezeichnet und geht mit einer Erhöhung des Blutdrucks einher.

Die Herzratenvariabilität

Besonders aussagekräftig für eine gesunde Aktivität des Herz-Kreislaufsystems ist die Herzratenvariabilität (HRV). Diese bezeichnet die natürliche Schwankung der Zeit zwischen zwei Herzschlägen. Eine hohe HRV zu haben, deutet jedoch nicht auf Rhythmusstörungen hinaus, sondern auf eine gut ausgeprägte Fähigkeit des Herzens, sich an verschiedene Umgebungsfaktoren anzupassen (z. B. in Form der oben genannten Temperaturadaptionen). Bei einer hohen HRV kann sich der Körper also gut an die spezifischen Anforderungen verschiedener Situationen anpassen und die nötigen Vorkehrungen für den Schutz lebenswichtiger Organe treffen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Kälteeinwirkungen die HRV unter Ruhebedingungen erhöhen können.² Dies ist das Ziel vieler Sportler*innen, da bekannt ist, dass sich eine erhöhte HRV im Ruhezustand positiv auf das allgemeine Verhalten des Herz-Kreislaufsystems auswirkt. Genauer gesagt, gilt folgende Formel: Je höher die HRV im Ruhezustand, desto geringer ist die Ruhe- und die Belastungsherzfrequenz, desto besser ist die Erholungsfrequenz und desto schneller erfolgt die Regeneration des Organismus.³ Durch die extreme Kälte wird das Herz-Kreislaufsystem mit einer nie dagewesenen Situation konfrontiert und muss daher auch extreme Maßnahmen ergreifen. Man kann sagen, dass es auf diese Weise ‚trainiert‘ und in einen ökonomischeren Modus versetzt werden kann. Dies sollte jedoch niemals ohne eine ärztliche Beurteilung geschehen; vor allem, wenn man sich im Leistungssport betätigt. Durch die Hinzuziehung einer medizinischen Beurteilung können Sie genaue Auskunft über die Veränderungen Ihrer Parameter erhalten sicher stellen, dass Ihre Gesundheit nicht gefährdet wird.

Quellen:

Papenfuß, Prof. Dr. sc. med. Winfried: Die Kraft der Kälte. Ganzkörperkältetherapie bei -110. Eine physikalische Kurzzeittherapie mit Langzeitwirkung. Regensburg, 2005.


¹ Vgl. Prof. Dr. sc. med. Winfried Papenfuß: Die Kraft der Kälte. Eine physikalische Kurzzeittherapie mit Langzeitwirkung. S. 48.

² Vgl. Prof. Dr. sc. med. Winfried Papenfuß: Die Kraft der Kälte. Eine physikalische Kurzzeittherapie mit Langzeitwirkung. S. 48.

³ Vgl. ebd. S. 126f.

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