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Kältetherapie im (Leistungs)Sport

Mehr Leistung: Ein Balanceakt zwischen Aktivität und Ruhe

Gerade im Leistungssport weiß man, dass die Qualität der Leistung maßgeblich von der Qualität der Erholung abhängt. Anstrengung ist also nicht alles. Die Sportler*innen müssen eine intelligente Balance zwischen sportlicher Aktivität, hartem Training, Erholung und Ruhepausen finden, um ihre Energiereserven und ihr Leistungspotenzial optimal auszuschöpfen. Da der menschliche Organismus ein komplexes biologisches System ist, ereignet sich diese Aufgabe als echte Gratwanderung:  Zum einen darf der Körper nicht durch zu hoch frequentierte Trainingseinheiten überlastet werden; hier drohen erhöhte Verletzungsgefahr, psychische Probleme und Leistungsabfall. Zum anderen dürfen die Ruhepausen nicht zu lang sein, da man so Gefahr läuft, keine Fortschritte mehr zu machen und auf einem Leistungsniveau stehen zu bleiben. Aber wie genau funktioniert eine sportliche Leistungsverbesserung eigentlich?

Leistungssteigerung durch Erholung

Die Verbesserung der sportlichen Leistung hängt letztendlich davon ab, ob sich der Körper an eine zusätzliche Belastung anpassen kann. Stemmt man im Kraftsport 5kg mehr als beim Training vor zwei Tagen, überschreitet man damit das ehemalige Belastungsniveau und erwartet den Effekt, dass man anschließend stärker wird. Viele Hobbysportler legen ihr Hauptaugenmerk beim Training gerade auf diese aktiven Phasen, da sie davon ausgehen, dass es sich bei Leistungssteigerung um einen Prozess der andauernden Grenzüberschreitung der eigenen Kräfte handelt. Leider weit gefehlt. Entscheidend für die Anpassung des Körpers an neue Leistungsniveaus ist nämlich vor allem die Erholung in den passiven Phasen. Diese Schonzeiten sind für den Organismus überaus wichtig, um sich wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen: Er muss seinen Hormonhaushalt regulieren, die Mikroverletzungen der Muskeln heilen und das durch Stoffwechselprozesse freigesetzte Milchsäuresalz (Laktat) neutralisieren. Erst wenn diese Prozesse abgeschlossen sind, ist der Körper dem neuen Belastungsniveau gewachsen. Die Art und Weise wie diese Prozesse verlaufen, entscheidet zudem darüber, ob und wie schnell sich der Körper an das erhöhte Leistungsniveau anpasst.

Bessere Regeneration durch Ganzkörperkältetherapie

Ein hoher Laktatspiegel kommt dann zustande, wenn die Sauerstoffversorgung des Körpers nicht ausreicht, um genügend Energie für die gerade ausgeübte Aktivität nutzbar zu machen. In diesem Fall setzen die Muskeln einen anderen Energiegewinnungsprozess in Gang, der ohne Sauerstoff auskommt. Der Preis für diesen Energieschub ist das dabei entstehende Laktat, mit dem der Organismus während der Erholungsphase zu kämpfen hat. Für Leistungssportler ist also vor allem die sauerstoffbasierte Energiegewinnung erstrebenswert, da diese keine verlängerte und erschwerte Regeneration zur Folge hat. Der gezielte Einsatz von Ganzkörperkältetherapie vor der sportlichen Leistung kann zu einer signifikanten Senkung des Laktatspiegels während der Aktivität führen, indem sie die Sauerstoffversorgung des Muskelgewebes erhöht.[1] Dies bewirkt, dass weniger auf jene Energiegewinnung zurückgegriffen werden muss, bei der das Laktat ins Spiel kommt. Empfohlen wird hierfür eine Expositionsdauer von 2 bis 2,5 min bei -110℃ vor der sportlichen Leistung. Sinkt die Köperkerntemperatur um 0,4℃, kann das Optimum dieser Wirkung erzielt werden.[2] Wie man sieht, hängt die Regeneration des Körpers untrennbar mit den Mechanismen zusammen, die während der sportlichen Aktivität vonstattengehen. Die intelligente Integration von Ganzkörperkältetherapie in den Trainingsplan kann dabei helfen, beide Phasen zu ökonomisieren und die sportliche Leistung dadurch signifikant zu verbessern.[3]

Quellen:

Papenfuß, Prof. Dr. sc. med. Winfried: Die Kraft der Kälte. Ganzkörperkältetherapie bei -110℃. Eine physikalische Kurzzeittherapie mit Langzeitwirkung. Regensburg, 2005.


[1] Vgl. Prof. Dr. sc. med. Winfried Papenfuß: Die Kraft der Kälte. Eine physikalische Kurzzeittherapie mit Langzeitwirkung. S. 120.

[2] Vgl. Ebd. S. 126.

[3] Vgl. Ebd. S. 120.

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